IVZ-Bericht zum Konzert 7.3.2020 Catherine Le Ray

Ibbenbüren

Energiebündel erobert das Publikum

Catherine Le Ray singt mit viel Esprit französische Chansons

Heute, 08. Mrz. 2020 – 14:22 Uhr
von Brigitte Striehn

In den Mittelpunkt ihres Programms „Von Paris nach Göttingen“ stellte die französische Sängerin Catherine Le Ray am Samstagabend im Kulturhaus Chansons der Chanteuse Monique Andrée Serf, die unter ihrem Künstlernamen Barbara (so hieß ihre Großmutter) nicht nur in Frankreich Kultstatus erlangte.

Foto: Brigitte Striehn

Ein Herz für Europa (v.l.): Philippe Mira, Catherine Le Ray, Cornelia Baumann und Colette Droux.

Geboren wurde Barbara 1930 in Paris. Die jüdische Familie musste nach der deutschen Besetzung mehrmals durch das Land fliehen. Eltern und Kinder wurden getrennt und konnten erst nach dem Waffenstillstand 1945 nach Paris zurückkehren. Moniques Karriere als Sängerin begann 1954 mit einem Engagement im Pariser Nachtclub „L’Ecluse“. Als sie 1965 als Stargast in der Music Hall „Bobino“ zu hören war und ihre CD „Barbara chante Barbara“ erschien, hatte sie ihr Publikum endgültig erobert. Durch Konzerte in Göttingen im Jahr 1964 und das gleichnamige Chanson, mit dem sie zur deutsch-französischen Aussöhnung beitrug, wurde sie auch in Deutschland bekannt. Sie starb 1997.

In ihrer Autobiografie „Es war einmal ein schwarzes Klavier – Unvollendete Memoiren“ zeichnete sie Stationen ihres Lebens auf. Catherine Le Ray, ebenfalls in Paris geboren, hat Leben und Werk der Ausnahmekünstlerin in ein begeisterndes musikalisches Feuerwerk verwandelt. Am Samstagabend gastierte sie auf Einladung der Volkshochschule und des France Treff e. V. im Saal des Kulturhauses.

Ihre expressive Stimme, ausgeprägte Mimik, charmante Ausstrahlung und schauspielerisches Können hauchten Barbara und anderen Größen des französischen Chansons neues Leben ein, ohne simple Kopien zu sein.

Die Texte in Deutsch und Französisch machten den Konzertabend für die fast 100 Zuhörer zu einem sehr unterhaltsamen Erlebnis.

Langer Beifall und Bravo-Rufe galten zudem ihrem Begleiter, dem renommierten Pariser Jazz-Pianisten Philippe Mira. Kraftvoll in die Tasten greifend, nahm er den Rhythmus des Gesangs auf, trumpfte mit furiosen Improvisationen auf oder überließ Catherine Le Ray ganz allein die Bühne. „Ma plus belle histoire d’amour… c’est vous“ schmeichelte sie dem Publikum, das ihr gern folgte.

Barbaras Reiselust kam in dem Chanson „Gare de Lyon“ zum Ausdruck. Catherine Le Ray schnappte sich den bereitstehenden Koffer und sagte tanzend dem Pariser Regen Adieu. Herausragend war die Interpretation der schwermütigen Romanze „Les feuilles mortes“.

In den Liedern aus mehreren Jahrzehnten spiegelten sich Leichtigkeit, Melancholie, Hoffnungslosigkeit, Humor, Koketterie und überschäumende Emotionen in einer wunderbaren Melange wider, die von Catherine Le Ray und ihrem genialen Begleiter am Flügel mit großer Souveränität vorgetragen wurde. Die Sängerin verwandelte sich mit wenigen Requisiten vom Vamp zur verletzten Frau, imitierte den amerikanischen Akzent von Josephine Baker und sang mit verruchter Stimme „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“.

In der Pause servierten Mitglieder des France Treff Getränke und Salzgebäck und nach dem Konzert stand ein Käsebuffet bereit.

Cornelia Baumann, Leiterin des städtischen Fachdienstes Volkshochschule und Kultur, freute sich ebenso wie die Leiterin des France Treff, Colette Droux, mit den Künstlern über einen gelungenen Abend im Namen der deutsch-französischen Freundschaft und der europäischen Verständigung.

 

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